Ausstellungsreihe “Crysantheon” Kuratiert von Ute Augustin-Kaiser

CRYSANTHEON ( Wortschöpfung Elke Banf  )
Arbeitstitel der neuen Ausstellungsreihe

Crysantheon
ist mehr als die gezeigten Exponate.
Mit dem Betrachter zusammen betreten wir einen imaginären Ort, an dem ein assoziativ
gedankliches Spiel stattfindet.
Crysantheon ist weder Utopie noch Dystopie, weder Fantasy noch Science Fiction – und kann
dennoch Aspekte aller dieser Gattungen in sich vereinen. Es ist die Summe diverser Möglichkeiten
für Produzent und Rezipient.
Zunächst ist Crysantheon erst einmal der Titel eines Projektes, zu dem eine Ausstellungsreihe
geplant ist. Den Einstieg bildet Crysantheon I.
Einblicke in den Planungsprozess
Schritt 1: Am Anfang steht der Name, d. h. er muss geschaffen und inhaltlich gefüllt werden, und
zwar so, dass alle Mitwirkenden Raum für individuelle Ausführungen haben.
Schritt 2: Crysantheon weckt unterschiedliche Assoziationen. An dieser Stelle soll nur auf zwei
eingegangen werden Chrysanthemum, Pantheon.
– Chrysanthemum
Bei uns wird die herbstblühende Blume häufig als Grabschmuck verwendet. Für mich war sie als
Kind schlichtweg die „Friedhofsblume“. Dies gilt jedoch nicht für alle Kulturen.
Ursprünglich wurde die Chrysantheme seit dem 15. Jahrhundert vor Christus in China kultiviert.
Dort dienten Pflanzenteile medizinischen Zwecken, z. B. besänftigte die Wurzel Kopfschmerzen.
Die Urform der Chrysantheme war kleinblütig und gelb.
Um das 8. Jahrhundert nach Christus tauchte die Chrysantheme in Japan auf und wurde dort als
Symbol der Sonne (gelbe Blüte) zur kaiserlichen Wappenblume. Bis heute gibt es in Japan ihr zu
Ehren einen Feiertag als Fest der Freude und des Glücks.
Nach Europa gelangte die Chrysantheme erst im 17. Jahrhundert und erhielt hier ihren botanischen
Namen – Chrysanthemum – 1753 von Karl Linnaeus, der zwei griechische Wörter kombinierte
„chrysos“ (Gold) und „anthos“ (Blume).
– Pantheon
Das Wort setzt sich aus griechisch „pan“ (alles) und „theos“ (Gott) zusammen und bezeichnet in
politheistischen Religionen ein allen Göttern geweihtes Heiligtum (wie in Rom). Noch heute steht
„Pantheon“ oft für eine Art Gedenkstätte.
Soweit die Assoziationen und Verweise.
Schritt 3: Weitere Festlegungen zur Erlangung eines harmonischen Gesamteindruckes
Die von Ute Augustin-Kaiser zur Teilnahme eingeladenen Mitwirkenden arbeiten in den Gattungen
Grafik, Fotografie, Malerei, Plastik bzw. Mischformen wie Collage oder Montage und haben freie
Wahl bei den von ihnen verwendeten Materialien.
Zur Schaffung eines harmonischen Gesamtbildes gibt es ähnlich wie bei der vorausgegangenen
Ausstellung „Monochrom Weiß“ eine Festlegung der Farbwahl. Das Spektrum bewegt sich diesmal
zwischen den Polen Weiß und Schwarz mit den dazwischen liegenden Grautönen und
vereinzelten buntfarbigen Akzenten.
Alle Werke werden gezielt für das aktuelle Projekt erstellt und der individuelle Zugang zum Thema
kurz dargelegt.
Crysantheon
ist der Ort, den es unter soeben genannten Festlegungen zu erschaffen gilt: Gesellschaftssystem,
Kultur, Mythologie, Religion, Wissenschaft, Technik, Architektur etc. mit Aspekten der Utopie,
Dystopie, Fantasy, Science Fiction …
Utopie, der „Nicht-Ort“ ist der Entwurf einer fiktiven Gesellschaftsordnung, die bisher keinen Ort
hat und nur als Idee existiert. Der Begriff ist abgeleitet vom Titel des 1516 erschienenen Romans
des englischen Staatsmannes Thomas Morus. Mit seiner Insel „Utopia“ und deren idealer
Gesellschaftsordnung hält Morus dem England seiner Zeit (Heinrich VIII, Renaissance) einen
kritischen Spiegel vor.
Jedoch birgt eine Utopie bei ihrem Realisierungsversuch schnell die Gefahr, in ihr Gegenteil
umzuschlagen.
Die so entstandene Dystopie zeigt die negativen Seiten einer Gesellschaftsordnung, z.B. wie der
Machtanspruch einer totalitären Elite und der Missbrauch von Wissenschaft und Technik zu
vollkommener Überwachung und Manipulation führen können (siehe Aldous Huxley „Brave New
World“, George Orwell „1984“).
Fantasy ist eher eine spielerische Variante unter Rückbezug auf frühere Zeiten (häufig ein verklärtes
Mittelalter) und der Erschaffung von Wesen, die es in der Realität nicht gibt (z.B. Drachen).
Science Fiction legt den Schwerpunkt auf die mögliche Technologie der Zukunft (siehe „Star
Wars“).
Das Spektrum der Ideen ist weit, das Projekt – zu dem weitere Ausstellungen in den kommenden
Jahren folgen sollen – ein Abenteuer.
Wir laden Sie als Betrachter ein, mit uns Crysantheon zu erschaffen.

Gestaltung HP – Katalog – Flyer   N.Friedrich  Artstylefilm – PoP ArTstyle